Blattläuse

Eingerollte Blätter und Ameisen sind ein deutlicher Hinweis auf die Anwesenheit von Blattläusen

Hier die Mehlige Apfelblattlaus in verschiedene Entwicklungsstadien

Da Läuse mit dem Pflanzensaft mehr Zucker aufnehmen als sie verwerten können, geben sie einenTeil davon über ihre Hinterleibsröhrchen wieder ab, das lockt z.B. Fleischfliegen an, die die süße Flüssigkeit aufschlürfen

Dagegen hat es der Gemeine Weichkäfer (Cantharis fusca) auf die Läuse selbst abgesehen

An Kirschen ist es die Schwarze Süßkirschenblattlaus …

… an Pflaumen z.B. die kleine Pflaumenblattlaus, wenn sich die Blätter wie hier sehr stark einrollen
und dann rötlich verfärben …

… oder aber die Mehlige Pflaumenblattlaus, wenn die Blätter sich nicht einrollen, die aber …

… die Blattunterseiten in kurzer Zeit vollständig besetzt. Bei dem größeren grünen Tier oben
handelt es sich um einen sehr effektiven Blattlausjäger, es ist die Made einer …

… Schwebfliege. Während das Weibchen links auf der Suche nach einem Ablageplatz für ihre Eier ist, möglichst in einer Blattlauskolonie, stärkt sie sich auf dem rechten Bild mit Nektar und bestäubt nebenbei die Blüte…

Viele weitere Tiere ernähren sich von Blattläusen:

der allseits bekannte Siebenpunkt-Marienkäfer oder …

… der Vierzehnpunkt-Marienkäfer – hier in zwei Farbvarianten

… der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer …

… der Zweipunkt-Marienkäfers in der schwarzen Farbvariante …

… und manchmal geht es ein wenig durcheinander: eine Farbvariante des Zweipunkt-Marienkäfers paart sich mit einem Asiatischen Marienkäfer 😉

eine Marienkäfer-Larve sieht dem adulten Tier nicht wirklich ähnlich …

andere Blattlausjäger sind:

Florfliegen

oder verschiedene Baumwanzen

und Weichwanzen und viele andere:

Sichelwanzen, Gallmückenlarven, Blattlausfliegenlarven, Spinnen, Schlupfwespen, Erzwespen und nicht zu vergessen kleinere Singvögel wie verschiedene Meisenarten.

An sehr jungen/kleinen Bäumen kann es vorkommen, dass der Läusebefall nicht ausreichend durch die Nützlinge reduziert wird, vor allem im Frühjahr, wenn die Vermehrungsrate der Läuse deutlich höher ist als die ihrer Fressfeinde. Dann kann es sinnvoll sein stark befallene Blätter zu entfernen und ggf. die Bäume mit einem Kaliseifepräparat zu besprühen. Dazu müssen die Läuse aber direkt getroffen und gut eingenässt werden. Das heißt Kolonien in eingerollten Blättern müssen vorher entfernt werden. Natürlich bedeutet eine starke Bekämpfung der Läuse durch den Menschen, dass die Nützlinge weniger Futter finden und somit ihr Bestand kleiner bleibt, es sollte also gut abgewogen werden wie stark in das System eingegriffen wird. (Vor allem grüne Läuse am Apfelbaum – Grüne Apfelblattlaus, Apfelfaltenlaus, Apfelgraslaus – richten selten Schaden an und sind wichtige Beute
für die o.g. Blattlausjäger) Vorbeugend ist es wichtig, dass die Bäume nicht überdüngt werden und so einerseits festeres Gewebe ausbilden und zum anderen rechtzeitig im Herbst zum Triebabschluss gelangen, was offenbar die Attraktivität für die Blattläuse verringert. Auch die Anwesenheit von Ameisen wirkt sich auf den Befall aus, wo keine Ameisen im Baum
sind, gibt es auch weniger Läuse, da ihre Fressfeinde leichteres Spiel haben. Als letzte Anmerkung noch: Blattläuse sind neben anderen saugenden Insekten Überträger von
Viruskrankheiten. Das lässt sich jedoch im Laufe eines Baumlebens außerhalb des Intensivanbaus mit starkem Pflanzenschutz kaum vermeiden.

Holunderblattläuse sehen fast schon sportlich aus mit ihren Streifen …

Alle Fotos: Jürgen Opschroef
nicht-kommerzielle Nutzung ist gestattet