Sortenvielfalt und Veredlungsprojekt an Schulen
Auch in diesem Jahr konnte der LiKK wieder ein Projekt an sechs weiterführenden Schulen anbieten, in dem die Schülerinnen und Schüler einen Ausschnitt aus der großen Vielfalt an Apfelsorten mit allen Sinnen kennenlernen konnten und anschließend die Technik der Kopulationsveredlung erlernten.
Folgende Schulen haben am Projekt teilgenommen:
Städtisches Gymnasium Straelen
Gesamtschule Forstgarten, Kleve
Freie Gesamtschule Facettenreich, Sevelen
Gesamtschule Kevelaer
Gymnasium Kevelaer
Gymnasium Goch

Nach einer Einführung zur Entstehungsgeschichte unseres Kulturapfels und zu Aspekten der Bestäubung und Befruchtung als Grundlagen der Sortenvielfalt (als Rollenspiele) waren die Schülerinnen und Schüler gefragt, in Kleingruppen Apfelsorten anhand ihrer Merkmale zu sortieren.
Dazu gab es insgesamt 72 Sorten, verteilt auf acht Kisten – je Kiste also neun Sorten mit je drei Exemplaren. In einer Kiste war immer nur eine Farbe: gelbe Sorten, gelb-rote, gestreifte, graue oder rote Sorten.
Fast alles wurde gelöst, wie anhand eines Kontrollzettels jede Gruppe später selbst überprüfen konnte.

Im nächsten Schritt ging es darum, mithilfe kurzer Steckbriefe mit Sortenmerkmalen den Äpfeln die richtigen Namen zuzuordnen. Auch dies hat weitestgehend geklappt, hier und da mit ein wenig Unterstützung.
Den Abschluss der ersten 90 Minuten bildete die Verkostung. Teilweise wurden über 20 Sorten durchprobiert, und erstaunlicherweise fanden fast alle Sorten ihre Fans: Manche mochten alle Kinder, andere Sorten mochten diese Kinder, wieder andere jene.
Ein besonderes Aha-Erlebnis war die Zimtrenette, die zum Zeitpunkt der Verkostung im Januar/Februar bereits sehr mehlig und trocken war, sodass es kein Genuss war, sie zu essen. Dagegen fanden alle den sortenreinen Apfelsaft aus der Zimtrenette sehr lecker.
In der zweiten Unterrichtseinheit bekamen die Kinder Messer in die Hand und durften selbst versuchen, einen Apfelbaum zu veredeln. Mit verbundenem Daumen übten sie zunächst einige Zeit die richtige Schnittführung mit Apfelzweigen. Wer sich sicher genug fühlte, konnte aus den mitgebrachten Reisern die Sorte auswählen, die ihm oder ihr am besten gefiel, und bekam die passende schwachwüchsige Unterlage dazu.

Beide Pflanzenteile schnitten die Schülerinnen und Schüler nun zurecht, wie zuvor geübt. Nach einer Sichtkontrolle und ggf. einem Nachschnitt wurden die beiden Pflanzenteile zusammengefügt, verbunden und versiegelt – fertig war der neue Baum.
Jeder durfte seinen Baum mit nach Hause nehmen, was in diesem Jahr auch fast alle Teilnehmenden gemacht haben.
Ein großer Dank an alle Schülerinnen und Schüler für das engagierte Mitmachen und viel Freude am selbst veredelten Apfelbaum.
Ebenfalls vielen Dank an die Zukunftsstiftung der Sparkassen im Kreis Kleve für die großzügige finanzielle Unterstützung.
Die Fotos in diesem Bericht wurden uns netterweise von Carsten Hilsemer, vom städtischen Gymnasium Straelen, zur Verfügung gestellt. Die Schule hat auch einen eigenen Bericht zum Projekt auf ihrer Homepage.
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